Die Slowakei

ein Land in der Europäischen Union


Mníšek nad Hnilcom



Einsiedel an der Göllnitz

eine Landgemeinde in der
Region Unterzips

Landkreis Gelnica
Verwaltungsbezirk Košice
in der Ost-Slowakei

Titelbild:
Blick vom Spitzenberg,
dem Hausberg Einsiedels,
auf die Ortsmitte (31.12.2006)


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Die Bevölkerung in Einsiedel

besteht laut der Volkszählung von 2001 aus rd. 85 % Slowaken, rd. 10 % Romá, rd. 5 % sonstigen Nationalitäten, wobei die frühere Bevölkerungsmehrheit der Deutschstämmigen heute bei ca. 3% liegt. Der kleine Rest setzt sich aus Ruthenen, Ungarn, Polen und wenigen deutschen Familien zusammen. Dies ist etwa der amtliche Stand.

Die tatsächlichen Verhältnisse liegen jedoch erheblich anders:

Man lebt in Mníšek im "deutschen Dorf".
Diese Bezeichnung ist in der Umgegend weit verbreitet, obwohl es nicht die einzige Gemeinde mit derartiger Struktur ist.

Die große "Minderheit"
Die derzeit noch große "Minderheit" sind die Deutschstämmigen. Man kann von etwa 50 % der Einwohnerschaft ausgehen, die deutschsprachig bzw. Abkömmlinge ehemals deutscher Familien sind. Die Angehörigen dieser Volksgruppe sprechen untereinander einen uralten oberbairisch-oberfränkischen Dialekt mit einigen zipserdeutschen Eigenheiten, das "Mantakische". Da es in der totalitären Zeit bis zur Wende 1989 verboten war, die deutsche Sprache zu benutzen, sind bei vielen Leuten die Sprachwurzeln kaum noch vorhanden. Es wird im täglichen Umgang weitgehend slowakisch gesprochen. Diese Leute sind mit wenigen Ausnahmen ältere Semester. Es ist zu erwarten, daß in den nächsten 10 - 20 Jahren maximal noch 10 % Deutsche übrig sind. Die Ursache liegt einerseits in der Tatsache, daß heute die Kinder, die die Schule verlassen, wenn sie nicht arbeitslos bleiben wollen, ihren Ausbildungsplatz in den Städten außerhalb suchen müssen. Zwangsläufig führt das zur Abwanderung in Gebiete, wo man Fachleute braucht und wo die Einkommensverhältnisse besser sind als hier. Andrerseits vermindert die normale Alterung die Bevölkerungszahlen, da die Nachgeborenen wie gesagt nicht hier bleiben können, um den Verlust durch alterbedingte Todesfälle auszugleichen.

Die zweite Volksgruppe

Dominiert wird das Bild Einsiedels von dunkelhäutigen Bürgern. Man fühlt sich nach Indien versetzt, wenn man hier unter die Leute geht. Derzeit sind das ungefähr 600 Romá, also ziemlich genau 35 % der Einwohnerschaft. Sie sprechen Cigáni, eine Romá-Mundart, meist aber slowakisch, da die Kinder die Schule besuchen, und z.T. auch mantakisch. Romá fallen deshalb besonders auf, weil sie zu 90 % arbeitslos und aus diesem Grunde viel auf der Straße anzutreffen sind. Sie sind manchmal aufdringlich und betteln. 
Die Zigeuner-Flagge 
In der Nachkriegszeit, als die deutsche Bevölkerung durch Abwanderung und Vertreibung stark dezimiert war und viele Häuser leer standen, wurden sie hier angesiedelt und in die leeren Häuser eingewiesen. Die Ansiedlung erfolgte vor allem, um der im Göllnitztal vorhandenen Schwer-Industrie die aufgrund der Vertreibung der deutsch- und ungarnstämmigen Bevölkerung fehlenden Arbeitskräfte wieder zuzuführen. Dadurch, daß diese Leute im Laufe der Zeit in Einsiedel integriert wurden, ist eine gewisse Ordnung eingekehrt. Schon auch deshalb, weil die Angehörigen der verschiedenen Volksgruppen trotz gegensätzlicher Veranlagungen in mancher Hinsicht aufeinander angewiesen sind.  
Neu zuwandernde Zigeuner (= Cigáni) aus den Großstädten, die dort ausgezahlt (!) und weggeschickt werden, stellen allerdings einen erheblich größeren Risikofaktor dar, da diese Leute sich mit wenigen Ausnahmen nicht in der Dorfgemeinschaften integrieren lassen und somit vielfach kriminelle Elemente einbringen.
Diese so genannte "Minderheit" vermehrt sich nicht nur durch Zuwanderung sondern auch auf andere Weise recht schnell, da in den meist arbeitslosen Familien die Tendenz besteht, sich mit jedem neugeborenen Kind mit dem staatlichen Kindergeld einen Zuschuß zur Sozialhilfezahlung und dadurch einen verbesserten Lebensunterhalt zu verschaffen. (In vielen Gemeinden der Ostslowakei ist der Bevölkerungsanteil der Romá bereits um oder sogar über 50 % der ursprünglichen Bevölkerung gestiegen.)


Die "Majorität"
Die dritte Volksgruppe - lt. Volkszählung die Majorität - sind die Slowaken. Es sind rd. 15 % der Einwohner. Aber die fallen hier kaum auf, sie haben sich weitgehend assimiliert. Eigentlich sind es nur Amtspersonen, die sich als Slowaken bezeichnen, und diese kommen fast durchweg nicht aus Einsiedel; sie sprechen auch konsequent nur slowakisch - da dies die Amtsprache ist. Allenfalls kann man mit diesen Leuten, falls der Kontak nötig sein sollte, als Ausländer auch mal englisch sprechen - aber eher nicht.

Eine Anmerkung zur Situation
Es ist in der Slowakei inzwischen durchaus gebräuchlich, bei der Beschreibung der Bevölkerung von "Weißen" (den Alteingesessen oder Eingeborenen) und von "Schwarzen", Zigeunern oder Romá, zu sprechen, um zu differenzieren - und ohne hiermit unbedingt Rassismus auszudrücken (!)  Die Bezeichnung "Zigeuner" ist hier geläufig und wird nicht als Beleidigung empfunden, sie ist ja mit der Eigenbezeichnung "Cigáni"- auch die Sprache heißt so - identisch. Zur Beleidigung wird der Ausdruck meist nur bei einer Beschimpfung oder im Streit, wobei sich durchaus auch Zigeuner gegenseitig titulieren. - Und deutsche Maßstäbe zur Bewertung der Benennung können Sie getrost vergessen.

Einige demographische Daten
- Stand  31.12.2004 -
Einwohner
gesamt : 1711 männlich : 826 weiblich : 885
Einwohner nach Alter
Kinder 0 - 14 Jahre :  399

Produktives Alter
15 - 54 Jahre w.
15 - 59 Jahre m.
männlich 15 - 59  :  495
weiblich 15 - 54 :  536
Pensionäre/Rentner
ab 55 Jahre w.
ab 60 Jahre m.
gesamt : 281

Ehe-Schließungen 6

Ehe-Scheidungen 3

Lebend-Geburten
gesamt : 25
männlich : 11
weiblich : 14
Todesfälle
gesamt : 22
männlich :   9
weiblich : 13
Zu- und Wegzüge   - / +
gesamt : - 5
männlich : - 5
weiblich : - / + 0

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